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sanja

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Schon wieder neigt sich das Wochenende dem Ende zu. Ist es eigentlich ein „Wochenende, weil es so schnell endet? Nein, wohl eher nicht 🙂

Tja, was gibt es neues? In den letzten zwei Wochen sind folgende Bücher bei mir eingezogen:

Kai Meyer – Asche und Phönix – Ein Must-Read, gerade weil alle darüber reden und es toll finden. Es ist auch noch mein erster Meyer. Eine Meyer-Premiere sozusagen.

Kai Meyer – Das zweite Gesicht – Schon lange vorbestellt, da die ersten 666-Exemplare signiert sind. Das Buch könnt Ihr unter dem angegebenen Link noch bis zum 30.11.2012 für 19,95 €, statt 24,95 € bestellen.

Simon X. Rost – Der Mann, der niemals schlief – Ein Spontankauf. Hoffentlich ist es auch gut.

Rita Falk – Griessnockerl Affäre – Ein Gewinn bei Lovelybooks. Danke noch einmal für das signierte Buch!

Tahereh Mafi – Ich fürchte mich nicht – auch ein Spontankauf

und zu guter Letzt noch: Erasmus Herold – Und ich vergebe Dir nicht – auch ein Gewinn bei Lovelybooks – Danke noch einmal an den Autor, der es persönlich verlost und signiert hat.

So, das waren meine Neuzugänge. Was liegt sonst noch an? Ja, wie ich eben bereits gebloggt habe, ist die buchverrueck.de jetzt auch bei Facebook. Also, schaut alle mal schnell dort vorbei und klickt den ominösen Button 😉

Ich werde mich gleich mal in die Fluten stürzen und noch ein wenig lesen. Mir ist schon den ganzen Tag kalt und das Wetter (hier pfeift ganz schön der Wind!) lädt auch nur zum faulenzen und lesen ein. Wenn ich Glück habe, macht der Mann vielleicht den Kamin noch einmal an…

Was Ihr nicht verpassen dürft, ist heute die Jubiläumsfolge vom Tatort aus Münster! Liefers und Prahl begehen heute ihr 10-Jähriges Dienstjubiläum! Also, hoch die Tassen!

Morgen ist Kindergeburtstag, da werde ich auch nicht allzu viel Zeit haben, aber ich hoffe am Dienstag, kann ich eines der beiden Bücher beenden, die sch gerade lese: Rot wie das Meer und Er ist wieder da.

Leider, leider muss ich mein NaNoWriMo-Projekt auch erst mal wieder auf Eis legen. Naja, nicht so richtig auf Eis, aber da auch der November sich dem Ende zuneigt und ich ca. 40.000 Wörter hinterher hinke, ist das Thema für dieses Jahr wohl auch gegessen. Schade! Ich nehme die Erfahrung mit ins nächste Jahr und versuche es erneut. Dann werde ich wohl auch mehr Zeit haben, da ich meinen Nebenjob gekündigt habe. Ab Ende Januar heisst es: Ich habe wieder ein richtiges Wochenende! Ich zähl die Tage und freu mich schon  einmal vorab 🙂

Ansonsten fällt mir gerade nicht mehr soviel ein. In der nächsten Zeit werden noch ein paar Neuerungen zu sehen sein, also schaut immer mal wieder vorbei. Ich freu mich!

sanja

 

Lucy Clarke – Die Landkarte der Liebe
Piper-Verlag
351 Seiten
ISBN: 978-3-492-30085-8
9,99 €

Zur Autorin:
Lucy Clarke studierte in Cardiff und lebt jetzt in Bournemouth. Mit ihrem Mann, der ein professioneller Surfer ist, bereiste sie die schönsten Strände der Welt und war auch an allen Schauplätzen des Romans. Sie schreibt derzeit an ihrem zweiten Roman.

Zum Buch:
Völlig unvorbereitet trifft Katie der Schlag, als sie mitten in der Nacht Besuch von der Polizei bekommt und die Nachricht über den Tod ihrer Schwester erhält. Selbstmord soll es gewesen sein, doch Katie glaubt nicht daran, dass Mia so etwas tun würde. Völlig absurd ist es sogar, denn ihre Leiche wurde auf Bali gefunden und Mia wollte doch nach Australien. Nur allmählich kann Katie den Schock verarbeiten. Doch als sie Mias persönliche Sachen durchsucht, die sie von der Polizei erhält, findet sie ein meerblaues Reisetagebuch. Katie erhofft sich hier Antworten zu finden. Nach den ersten Seiten steht für sie jedoch fest, dass sie ihrer Schwester folgen muss. Sie muss an die Orte gehen, die Mia besucht hat, um mit ihren eigenen Augen zu sehen, was Mia sah, um zu fühlen, was Mia fühlte.

Erster Tagebucheintrag:
Die meisten Menschen verreisen aus zwei Gründen: Sie suchen etwas, oder sie fliehen vor etwas. Für mich gilt beides.
Seite 27

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt direkt mit dem traurigen Tod von Katies kleiner Schwester Mia. Die Handlung, die zu Anfang des Buches noch recht wirr erscheint, ergibt nach und nach einen Sinn. Wie bei einem Puzzle fügen sich immer mehr Teile zu einem großen Ganzen zusammen. Tragik, Emotionen, Verrat und Liebe vor der grandiosen Kulisse an den schönsten Stränden der Welt, sind die Zutaten, die hier, gut durchgemischt, zusammengefügt werden.

Das Buch hat mich vom ersten Augenblick in seinen Bann gezogen. Nicht nur das tolle Cover, dass zum Träumen einlädt, auch der Erzählstil und vor allem die Abfolge der Handlung, nahmen mich sofort ein. Ich bekam direkt Lust, eine Weltreise anzutreten. Man hätte die Geschichte auch ganz anders schreiben können, doch genau so, war es goldrichtig. Katie hat nicht direkt das ganze Tagebuch verschlungen, um schließlich bei Mias letztem Eintrag zu landen, sondern sie hat immer erst den Eintrag gelesen, wenn sie zuvor an den jeweiligen Ort gereist ist.

Katie reist also ihrer kleinen Schwester hinterher, um verstehen zu können. Verstehen, wie es dazu kam, dass Mia ihre Route verlassen hat und wie Mia abgestürzt ist. Katies Verlobter versteht dies nicht, steht doch ihre gemeinsame Hochzeit in ein paar Monaten bevor. Doch Katie muss ihren Weg gehen und verfolgt Mias Spuren nach und nach bis auf die Insel Bali. Kapitelweise kommen Erinnerungen an vergangene Tage in ihr hoch und lösen am Ende eine ganze Reihe von Rätseln auf.

Vor allem die völlig unterschiedlichen Protagonisten Katie und Mia machen das Buch zu dem was es ist. Katie, immer gut durchorganisiert, nimmt ihre Schwester nach dem Tod ihrer Mutter bei sich auf. Sie versucht Mia einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen. Sie hilft ihr immer wieder Jobs zu finden, doch Mia ist das genaue Gegenteil ihrer großen Schwester und fühlt sich in der Stadt auch nicht wohl. Sie braucht das Meer und ihre Freiheit und so bucht sie mit ihrem besten Freund urplötzlich eine Around-the-World-Reise und lässt Katie alleine zurück. Im Verlauf der weiteren Handlung wandelt sich Katie jedoch total und sie erkennt, dass sie ihrer chaotischen Schwester ähnlicher ist, als sie glaubte.

Auch wenn man das Ende schon kennt und weiß, dass es kein Happy-End geben wird, ist es dennoch ein wahres Highlight. Am Ende hatte ich einfach ein verdammt gutes Gefühl und das Buch liess mich mit einem wohligen kribbeln und dem Hauch von Freiheit, Abenteuerlust und Liebe, die alles verzeihen kann, zurück. Das Buch ist ein ganz besonderes Juwel!

Mein einziger Kritikpunkt: Der deutsche Titel! Er klingt so kitschig, dass ich das Buch wahrscheinlich niemals gekauft hätte und das wäre wirklich schade gewesen!

sanja

 

 

Julia Crouch – Hautnah
Ullstein-Verlag
587 Seiten
ISBN: 978-3-548-28333-3
9,99 €

Zur Autorin:
Julia Crouch studierte Theaterwissenschaften und arbeitete anschließend als Bühnenschriftstellerin und Regisseurin. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit ihrer Familie lebt sie in Brighton.

Zum Buch:
Marcus Wayland erhält über die Sommermonate ein Schauspielengagement aus den USA. Sechs Wochen wird er mit seiner Familie, seiner Frau Lara, den sechzehnjährigen Zwillingen Bella und Olly sowie dem kleinen Sohn Jack in einem kleinen Dorf an der Ostküste leben. Nach ihrer Ankunft werden sie freudig aufgenommen, doch das Haus, dass der Familie als Unterkunft angeboten wird, ist heruntergekommen und birgt zudem noch ein düsteres Geheimnis. Lara, die eigentliche Hauptperson in diesem, ähh, Thriller, wird zur Babysitterin degradiert, während ihr Mann, tagelang seine Texte probt und sich ansonsten wenig um seine Familie kümmert. Die Zwillinge gehen ihren eigenen Weg und haben alsbald Anschluß gefunden. Nur Lara kann in diesem trüben Ort und in der unerträglichen Sommerhitze nichts mit sich anfangen. Als sie plötzlich einen alten Schauspielkollegen ihres Mannes wiedertrifft, bahnen sich lange unterdrückte Gefühle langsam zurück an die Oberfläche. Lara und Stephen, mittlerweile ein berühmter Schauspieler und Oscargewinner, kommen sich schnell näher, denn sie hatten vor Jahren schon einmal eine Affäre. Doch jeder positive Aspekt hat eine dunkle Seite und so sieht sich Lara bald mit einer gefährlichen Stalkerin, die es auf Stephen abgesehen hat, konfrontiert. Als plötzlich nicht nur Dinge verschwinden und wieder auftauchen, sondern auch ihr Leben und das der Kinder in Gefahr gerät, muss Lara handeln um ihre Familie zu schützen.

Meine Meinung:
Der Klappentext versprach einen spannenden Thriller, leider konnte die Entwicklung dem nicht ganz gerecht werden. Fesselnde Lesestunden waren mir leider nicht vergönnt, vielmehr musste ich mich durch seitenweise langweiliger Handlungen lesen, bevor die Geschichte überhaupt an Fahrt aufnahm.
Lara fühlt sich unwohl in ihrer Haut, in ihrem Leben. In ihrer Ehe kriselt es und als Marcus auch noch ungehalten auf das neu anwachsende Leben in ihrem Bauch reagiert und sie mehr oder weniger zu einer Abtreibung überredet, hegt Lara die Hoffnung, in den USA, fern ihrer Heimat noch einmal von vorne beginnen zu können. Doch leider denkt ihr Mann gar nicht daran und verschwindet bis spät in die Nacht immer zu Textproben und anderen Dingen mit seinen neuen Schauspielkollegen. Zudem scheint er sich blendend mit der hübschen neuen Lady Macbeth, seiner Frau im Theaterstück, zu verstehen.

Lara wird immer frustierter. Während sowohl ihr Zwilling Olly, als auch seine Schwester Bella, jeder für sich, schnell Anschluß finden, sitzt Lara tagaus, tagein, immer mit dem kleinen Jack herum und weiß nichts mit sich anzufangen. Doch dann trifft sie Stephen wieder, mit dem sie eine Affäre hatte und beide treffen sich von nun an, teils heimlich, teils unter einem Vorwand.

Ich kann Lara schon verstehen, dass sie sich mehr von ihrem Leben versprochen hat. Als sie dann Stephen wiederbegegnet, kommen alte Gefühle zum Vorschein und nicht nur Stephen, sondern auch Lara fragen sich, was wäre wohl passiert, wenn sie beide zusammen gekommen wären und Lara nicht Marcus geheiratet hätte.

Währenddessen lernt Bella einen Jungen aus dem Dorf kennen und verliebt sich schon bald in ihn. Damit kommt ihr Bruder Olly nicht zurecht, denn er hegt einen Besitzanspruch auf seine Schwester. Meiner Meinung nach, ist die Verbindung der beiden Zwillinge völlig überflüssig. Man hätte Olly getrost weglassen können, wenn er nicht am Ende noch eine wichtige Position einnimmt. Was sich die Autorin von der Beziehung der Zwillinge verspricht, ist mir schleierhaft. Es vereint weder spannende Thrillerelemente noch tragische Familiengeschichte miteinander und ist hier leider fehl am Platz.

Alles in allem, handelt es sich bei dem Buch mitnichten um einen Thriller. Die Handlung nahm am Ende zwar etwas an Fahrt auf, doch hätte ich mir den späteren Verlauf eigentlich denken können, da die Lösung doch sehr einfach gestrickt ist. In meinen Augen hätte man den Roman gut um 200 Seiten kürzen können und mehr Augenmerk auf den Spannungsfaktor legen sollen. Schade Frau Crouch, ich hatte mir soviel mehr davon versprochen.

sanja