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wild

Lena Klassen – Wild
Drachenmond-Verlag
381 Seiten
ISBN: 978-3-931989-79-8
14,90 €

 

Zur Autorin:
Lena Klassen, geboren 1971 fing schon früh mit dem Schreiben an. Später studierte sie Literaturwissenschaften und lebt nun mit ihrem Mann und einem Haufen Tieren in einem Haus mit einem großen Garten und schreibt weiter spannende Geschichten. Für Blanvalet schreibt Lena Klassen unter dem Pseudonym „Maja Winter“ Fantasy-Romane.
Weitere Info’s gibt es unter: www.lenaklassen.de

Zum Buch: 
In „Neustadt“ lebt die siebzehnjährige Pi zusammen mit ihren Mitschülern und hat nicht nur die Schule im Sinn. Sie beschäftigt vor allem die Frage, welcher Partner ihr für die Zukunft zugeteilt werden soll.
Einmal in der Woche holen sich alle Bewohner der „Neustadt“ ihre Glücksinjektion ab. Sie soll das Leben in erträgliche Bahnen lenken. Gefühle, Krankheiten, Kummer und Leid kennt man nicht in „Neustadt“. Auch Blumen, Düfte und sogar die Kinder werden künstlich erzeugt. Doch Pi ist nicht so glücklich wie die anderen und lebt in einer Dunstwolke, die sie nur schemenhaft ihre Umwelt wahrnehmen lässt.

Niemals stellt jemand das System in Frage, und wenn doch, wird er aus dem System isoliert und muss in die Wildnis. Dort, hinter dem Zaun, herrschen noch Krankheit und Tod. Alle, bis auf Pi, sind glücklich mit ihrer Glücksinjektion – doch dann geschieht das Unfassbare: Die Glücksdosis versagt! Pi muss eine Entscheidung treffen: Für das System und gegen ihre Freiheit oder für die eigenen Entscheidungen, aber den sicheren Tod vor Augen. Wie würdest Du Dich entscheiden?

Meine Meinung:
Zunächst hatte ich Probleme in die Geschichte hinein zu tauchen, mich darauf einzulassen. Ich fand die Namen wie „Glücksstadt“ und „Neustadt“ einfallslos. Doch nach ein paar Seiten verflog das merkwürdige Gefühl, die Geschichte rund um Pi hat einfach Sogwirkung! Am Ende dachte ich sogar: Wow! Wieso stand das Buch eigentlich die ganze Zeit ungelesen im Regal? Das hatte es nicht verdient.

Die Geschichte ist gut konstruiert. Pi, die Ich-Erzählerin, lebt in Neustadt, doch irgendwie fühlt sie sich nicht ganz dazugehörig. Ob es daran liegt, dass die Glücksinjektion bei ihr anders zu wirken scheint? Und was ist mit Lucky, ihrem besten Freund, der nun ihrer besten Freundin Moon – dem perfekten Mädchen – zugeteilt wird? Wer wird Pi zugeteilt, um das Leben mit ihr gemeinsam in Neustadt zu bestreiten bzw. so weit zu erleben, wie es die Glücksinjektion zulässt?

Als Pi mit ihren Klassenkameraden die wöchentliche Glücksinjektion abholen will, bemerkt sie zunächst keinen Unterschied. Doch allmählich schwant ihr, das etwas nicht stimmt. Spätestens als ein Mitschüler vom Dach fällt und alle anderen aufgrund ihrer Glücksinjektion gleichgültig weitermachen, sind sich Pi, Lucky und ein weiteres Mädchen sicher: Die Glücksinjektion hat versagt.

Die drei lernen zum ersten Malen im Leben, die eigenen Gefühle kennen. Sie können nicht verstehen, warum sie davon ferngehalten werden sollen.

„Wilde Gefühle.  Sie lagen in der Luft.  Sie waren stärker als jede Droge.  Sie 
belebten jedes Herz.  Es musste doch zu spüren sein – für alle?“ (S. 107)

Was weiter geschieht, bleibt natürlich geheim 😉 Nur soviel sei verraten: Während der erste Teil des Buches in Neustadt spielt, geht es im zweiten Teil hinter den Zaun in die Wildnis. Welche Gefahren dort lauern, erfährt Pi bald am eigenen Leib, doch schwerer wiegt die Frage, ist das System im Unrecht? Wie kommt sie allein zurecht, nach dem sie ihre große Liebe zurücklassen muss?

„Sammle jedes Gefühl, Pi, sagte er.  Jeden Ärger, jede Regung Wut, jedes ehrliche
Lachen.  Für mich.  Nimm alles mit, Pi, für mich.“ (S. 233) 

Eigentlich ist dies eine sehr tiefgründige Erzählung, die zum Nachdenken anregt. Ist das, was uns vorgegaukelt wird, einfach so hinzunehmen oder lohnt es sich aufzustehen und zu kämpfen? Pi jedenfalls will nicht länger in ihrer Dunstglocke leben und nimmt dafür sogar den Tod in Kauf.

Lena Klassen schickt den Leser auf eine atemberaubende Odyssee der Gefühle. Wild und unbezähmbar sind die Gedanken, die in Pi bahnbrechend  hervortreten. Als Leser wird man  hin- und hergezogen und leidet nicht nur einmal, mit der außergewöhnlichen Protagonistin.

Ich kann „Wild“ nur wärmstens weiter empfehlen. Ich muss es jedem ans Herz legen, der eine Achterbahn der „wilden“ Gefühle bevorzugt und der einfach mal eine etwas andere Geschichte lesen will, die aus dem Einheitsbrei hervorsticht. 

„Wild“ ist empfohlen ab 14 Jahren.

sanja

 

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Hallo Ihr Lieben! Es ist Samstag und heute morgen, nach einem gemütlichen Frühstück, startete der We ♥ books – Lesemarathon!

Gelesen wird den ganzen Tag über und bis die Augen zufallen! Heute Abend wird uns die liebe Sandy von Nightingale’s-Blog noch Fragen stellen.

Ich freu mich, dass ich hier wieder dabei sein kann und werde jetzt nach einem nervenaufreibendem Einkauf endlich loslegen!

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Ich starte mit Suzanne Collins – Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele. Das Buch wurde mal eben dazwischen geschoben, weil ich am Mittwoch in die Vorpremiere zu Teil 2 gehe. Bis dahin muss ich dann Teil 2 natürlich auch noch lesen 😉

So genug geblubbert – ich gehe auf die Couch und starte jetzt um 14:25 Uhr auf Seite 187.

 

1. Update um 16:55 Uhr:

Besonders weit bin ich noch nicht gekommen, da ich mich zu viel ablenken lasse und auch noch einmal kurz einkaufen war. Hatte vergessen Sekt für morgen zu kaufen. Sowas! Dabei wollte ich doch morgen baden… 😉

Ich bin jetzt auf Seite 219 angekommen. Die Hungerspiele sind in vollem Gange. Es ist zwar spannend, aber ich weiß ja, wie es ausgeht, da ich letzten Sonntag den Film im TV gesehen habe. Blöd, aber trotzdem gut, weil ich sonst das Buch nie angefangen hätte zu lesen.

Leider ist mir eben erst aufgefallen, dass nächsten Freitag Lesezirkel-Treffen ist und ich das Buch bis dahin auch noch lesen muss. Des Weiteren wartet der zweite Panem-Teil auf mich und noch zwei weitere Bücher für Leserunden bei wasliestdu.de. Daher genug geplaudert – ich muss mich ein bisschen sputen!

Wir lesen uns…

 

2. Update um 18:55 Uhr:

Zwei Stunden sind vergangen und ich starte jetzt mit Teil 3 – Der Sieger. Langsam bekomme ich Hunger, aber ich hege die Hoffnung, dass Mann heute das Essen zubereitet, allerdings bastelt er noch an seinem Rechner herum…

Der Lesemarathon läuft bis jetzt ganz gut. Ich bin jedenfalls gespannt, was der Abend noch so mit sich bringt…

Wie läuft es bei Euch?

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Nachlese – Sonntag, den 17.11.13:

Viel habe ich gestern nicht mehr geschafft, nachdem ich mir die Sendung „90 Jahre Loriot“ in NDR angesehen habe. Ich hatte gehofft, das Buch beenden zu können, aber mir fehlen noch knapp 50 Seiten, die ich mir jetzt vor dem Frühstück genehmigen werde.

Gestern Abend wurden ab 20:00 Uhr noch Fragen gestellt die ich nur per Twitter beantwortet habe. Hier seien sie jetzt noch einmal aufgeführt:

1. Frage um 20:00 Uhr: Wie viele Seiten habt ihr heute schon gelesen und was lest ihr für ein Buch?
Ich lese Panem Teil 1 und habe bisher 140 Seiten gelesen.

2. Frage um 22:00 Uhr. Was fasziniert Euch am Protagonisten Eures Buches?
An Katniss gefällt mir ihre Kämpfernatur, ihre frischen Ideen, aber auch ihre Verletzlichkeit.

Insgesamt habe ich 169 Seiten geschafft. Leider nicht so viel wie erhofft, da ich mich allzu oft ablenken lasse. Trotzdem nicht schlecht.

Es war wie immer ein Leserunden/Marathon, den ich sehr genossen habe. Danke, liebe Sandy für die Organisation und die tollen Fragen.

sanja

Boy Nobody

 

Allen Zadoff – Boy Nobody
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333 Seiten
ISBN: 978-3-8458-0005-9
16,99 €

Zum Autor:
Allen Zadoff hat 2010 mit Food, Girls and Other Things I Can’t Have den Sid Fleischman Humor Award gewonnen. Er lebt in Los Angeles, wo er an Boy Nobodys weiterem Schicksal schreibt.

Zum Buch:
Boy Nobody ist kein gewöhnlicher Junge. Er ist 16 Jahre alt und wurde bereits vor 4 Jahren zum Auftragskiller ausgebildet. Seitdem fährt er durch halb Amerika von einem Job zum nächsten, von einem Schicksal zum Anderen und tötet eiskalt sein Zielobjekt. Dafür hat er ein jahrelanges Training hinter sich gebracht und er ist verdammt gut in seinem Job. Doch in seinem nächsten Auftrag läuft nicht alles glatt und er hätte nie geglaubt, den alles entscheidenden Fehler zu machen: Boy Nobody hätte nie gedacht, sich zu verlieben…

Meine Meinung:
Die Geschichte geht ab wie nichts. Es ist kaum vergleichbar mit anderen Büchern, denn wo gibt es schon einen jugendlichen Auftragskiller?
Boy Nobody ist kalt, emotionslos und präzise. Genau dafür wurde er ausgebildet. Gewollt hat er das sicher nicht, doch nach dem er da so „hineingeschlittert“ ist, kennt er nur noch den Tod als seinen ständigen Begleiter.

Nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern, nimmt sich die „Organisation“ seiner an. Eine Frau namens „Mutter“ kümmert sich um ihn und „Vater“ vergibt die Aufträge.

„Was ist mit meinen Eltern?“
„Tot.“
Das war das erste Wort, das sie je zu mir sagte. Ich hatte keine Ahnung, dass der Tod die Grundlage unserer Beziehung werden sollte.
(Allen Zadoff / Boy Nobody / S. 39)

Als Boy Nobody seinen letzten Fall beendet und sein Zielobjekt eliminiert hat, erhält er den Auftrag den Bürgermeister von New York zu töten. Doch dafür hat er dieses Mal nur 5 Tage Zeit – normalerweise dauern seine Jobs mehrere Wochen oder gar Monate, bis er sich das Vertrauen der Zielperson erschleicht. Doch nur 5 Tage?

Boy Nobody wird in die örtliche Schule eingeschleust und freundet sich bereits am ersten Tag mit Sam, der Tochter des Bürgermeisters an. Sie lädt Nobody noch an diesem Abend auf eine Party in Ihre Privatwohnung ein. Bis hier hin läuft alles glatt, aber aus unerfindlichen Gründen beginnt Boy Nobody zu zögern und verschenkt die erste Chance sein Zielobjekt zu töten.

Doch das ist nicht alles. Boy Nobody wird von einem mysteriösen Schatten verfolgt und muss bald um sein eigenes Leben kämpfen. Dann verliebt er sich ausgerechnet noch in Sam. Kann er ihr Vertrauen missbrauchen und sie so verletzen, indem er ihren Vater tötet? Plötzlich erhält er einen neuen Auftrag. Sein Zielobjekt hat sich geändert und Boy Nobody gerät mehr denn je in einen Gewissenskonflikt.

Keine Frage, mit Boy Nobody betreten wir völliges literarisches Neuland. Jugendliche Helden gibt es zu Hauf, aber einen zunächst gefühlskalten Auftragskiller? Wohl kaum.

In der ersten Hälfte ist das Buch düster und kalt. Wir erfahren mehr aus dem Leben von Boy Nobody und wie er so geworden ist, von seinem persönlichen Antrieb und seiner Einsamkeit. Eine Einsamkeit, die er selbst kaum erkennt.

In der zweiten Hälfte wandelt sich diese Kälte in wohlige Wärme, dem Gefühl der ersten Liebe und Machtlosigkeit. Boy Nobody ist mit seinen Gefühlen völlig überfordert und beginnt seine Organisation zu hintergehen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Kapitel sind kurz und die Seiten fliegen nur so dahin; ein richtiger Pageturner. Die Szenen, vor allem die Kampfszenen, sind bildhaft beschrieben und lebendig, nahezu wie in einem James-Bond-Film.

Leider bleibt der Hintergrund zu der Organisation im Dunkeln. Themen werden schemenhaft angerissen und nicht weiter zur Aufklärung gebracht. Einiges hätte mich hier noch interessiert, wie z.B. wer steckt hinter der Organisation und wie finanziert sie sich? Ich hoffe hierzu erfahren wir noch mehr in dem oder den nächsten Teilen.

Das Ende wurde dann abrupt zum Abschluss gebracht und man fragt sich, war es das etwa jetzt? Ist es wirklich so ausgegangen? Leider ja, kann ich nur sagen.

Fazit:
Trotz mancher Ungereimtheiten, ein geradezu spannendes Jugendbuch mit einem ungewohnten Helden, der dem Leser trotz allem sehr ans Herz wächst.

sanja