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Gedichte & Gedanken

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Wieder einmal ist dies der erste Beitrag nach einer Pause. Wieder einmal, weil es momentan fast jedes Jahr einmal dazu kommt, dass ich am liebsten alles hinschmeißen würde. Der Druck, den ich mir meist selbst aufbürde, viel zu groß wird und ich kaum mehr atmen kann. Dann verschwinde ich von der Bildfläche. Grußlos. Leise.

Dieses Mal war es jedoch die längste Zeit ever. Oder? Ich müsste nachsehen.  In dieser Zeit gehe ich anderen Dingen nach.

Doch irgendwann ruft ganz leise ein Stimmchen. Tief in mir. Es fragt, ob ich nicht doch wieder lesen möchte. Ich solle doch mal wieder ein Buch in die Hand nehmen. Ich hätte doch immer gerne gelesen. Dieses Stimmchen kommt tief aus dem Herzen. Dort, wo die Leidenschaft und die Liebe wohnen.  Dort, wo der Hunger wächst. Der Hunger auf gedruckte Worte, die alles vergessen lassen. Sogar, warum man sie nicht mehr wollte. Dort, wo auch die Sehnsucht dann und wann einmal vorbei kommt.

Dann wird das Stimmchen lauter. Es ruft nach mir.  Energischer. Irgendwann denke ich, ich könnte tatsächlich mal wieder ein Buch in die Hand nehmen. Ich rieche daran. Fühle den Zauber und manchmal auch den Schmerz. Ich schlage es auf. Erwartungsvoll. Hoffnungsvoll.  Und plötzlich bin ich wieder mittendrin. Gefangen. Sie greift nach mir. Die Leidenschaft, die auch gerne Leiden schafft. Jetzt gibt es kein zurück mehr.  Von jetzt an übernimmt der Kopf wieder das Ruder. Das Herz hat was es will.

Ich weiß nicht, wohin mich die Wege noch führen werden. Unbefestigter Waldboden oder doch schon gepflastert? Egal. Ich weiß nur nur eines: Ihr seid die Besten <3

Egal, wie lange man weg war. Es ist immer schön nach Hause zu kommen.

Septemberkind, lass auf Schwingen Dich geleiten,
in den wunderbaren Herbst hinein!
Wenn das Wetter kälter, nasser
und die Blätter leuchten, fallen,
dann sei gewiss,
die goldene Jahreszeit fängt an,
um auf Ihr den Weg zu beschreiten!

Der Herbst mit seinem unbeständ’gen Wesen,
gibt von nun den Ton hier an.
Um doch selbstlos zu bezeugen,
dass der Winter naht heran.

Mit diesem kleinen, selbstverfassten Gedichtlein, möchte ich mich zurückmelden und Euch wissen lassen, dass der September für mich ein wahrhaft magischer Monat ist. Ich liebe den September! Nicht nur weil ich in diesem Monat Geburtstag und geheiratet habe. Auch nicht, weil ich stets Urlaub habe, nein, vielmehr, weil er für mich den bevorstehenden Herbst ankündigt: die schönste Jahreszeit!

In diesem Sinne, lasst Euch ebenfalls vom Herbst berauschen, geniesst die Tage, die kürzer werden, nehmt Euch ein gutes Buch zur Hand und lasst Euch beflügeln.

sanja

Die Tropfen fallen sachte und langsam,
dann immer heftiger.
Der Wind treibt sie ohne Unterlass
an mein Fenster.
Wieder denke ich an dich,
sehe dein Bild vor mir.

Ich schaue mich um, doch du bist nicht da,
wirst es nie wieder sein.
Mein Herz klopft, wie immer,
wenn ich an dich denke.
Ich sehe dich vor mir:
Dein Lächeln,
deine sanften Augen, die zu sagen scheinen:
Alles wird gut!
Doch das wird es nicht.
Nicht jetzt, nicht hier.

Die Tropfen beginnen wieder langsamer zu fallen,
gleiten sachte zu Boden und werden schliesslich zu Schnee,
der auf die Erde rieselt.
So rein, so weiß.

Ich sehe aus dem Fenster.
Dein Spiegelbild, dass mich betrachtet.
Deine Augen! – Alles wird gut.
Doch nicht dieses Mal.

Ich spüre deinen Atem in meinem Nacken,
der mich sanft streichelt.
Doch es ist nur der Nachtwind,
der mich besucht.
Ich spüre deine Umarmung, die mich schützt,
immer schützen wird.
Wie ein Engel, der an meiner Seite wacht.
Ein Engel?

24. Juli 2000

sanja