[Rezension]: Isabel Bogdan – Der Pfau

Isabel Bogdan - Der Pfau

Isabel Bogdan – Der Pfau
Kiepenheuer & Witsch
248 Seiten
ISBN: 978-3-462-04800-1
18,99 €

Die Autorin:
Isabel Bogdan wurde im Jahre 1968 in Köln geboren. Sie hat Anglistik und Japanologie studiert und arbeitet als Übersetzerin namhafter Autoren, wie z.B. Nick Hornby.

Zum Buch:
Die Bankerin Liz hat sich mit ihrem vierköpfigen Team sowie der Psychologin Rachel und der Köchin Helen in ein abgeschiedenes schottisches Cottage eingemietet. Hier soll ohne jegliche Ablenkung, wie dem Internet, eine Teambuilding-Maßnahme stattfinden. Doch leider läuft nicht alles rund und schon zu Beginn des Wochenendes wird einer der Pfauen von Lord MacIntosh verrückt. Der Lord muss zu einer ungewöhnlichen Maßnahme greifen, denn er hofft auch weiterhin seine Cottages vermieten zu können und möchte daher keinen negativen Eindruck bei den Stadtmenschen hinterlassen. Doch gerade dieser verrückte Pfau scheint das ganze Wochenende in ein einziges turbulentes Abenteuer zu verwandeln.

Meine Meinung:
Isabel Bogdan schafft es geradezu mühelos, eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte zu schreiben, die zudem mit allerfeinsten britischen Humor daher kommt.
Es ist eine wahre Freude, Seite um Seite in diese Handlung einzutauchen und die liebevoll gezeichneten Personen kennenzulernen.
Da sind zum einen Lord und Lady McIntosh, die ein riesiges Grundstück samt Herrenhaus verwalten. Da dies aber nichts mit purer Romantik zu tun hat, müssen die beiden nebenbei noch für ihren Lebensunterhalt sorgen und arbeiten gehen. Unterstützt werden sie von dem jungen Polen Ryszard, der vor allem für die Land- und Forstwirtschaft zuständig ist und Aileen, die die ganzen Cottages in Schuß hält.
Doch als sich gerade eine Gruppe Banker für ein Wochenende angesagt hat, geht plötzlich alles schief und der Lord muss schauen, dass sie irgendwie noch wohlbehalten aus der Nummer herauskommen. Die Banker hingegen bekommen nicht nur die geballte Ladung Natur zu spüren, die sie als Städter nun mal nicht gewohnt sind, sie müssen außerdem noch lernen miteinander auf engstem Raume auszukommen.

Die Chefin Liz, die ihrerseits dazu verdonnert wurde, mit ihrem Team diese Maßnahme durchzuführen, ist auch nicht gerade von dieser Idee angetan. Ihre vier Mitarbeiter, Andrew, Jim, David und Bernhard, allesamt ganz unterschiedliche Charaktere, hegen ebenfalls keine große Lust auf ein Wochenende in der Abgeschiedenheit Schottlands.

Ich gebe zu, auf den ersten Blick scheint dieses Buch nichts außergewöhnliches aufbieten zu können. Doch die Geschichte lebt einfach von der Situationskomik und der grandiosen Erzählweise der Autorin. Im ganzen Buch gibt es keine direkte Rede. Wer sich nun fragt, wie das gehen soll, dem sei einfach dieses kleine feine Büchlein ans Herz gelegt.
Als Leser taucht man in alle Köpfer der agierenden Personen und sogar des Hundes Mervvyn ein, der auch seinen Teil zu den Ereignissen beizutragen hat.  Da leider Kommunikation nicht gerade die Stärke der Banker ist, denkt sich jeder seinen Teil zu den Vorkommnissen, die am Ende tatsächlich nur dem Leser offenbart werden und so eine endlose Kettenreaktion in Gang setzen.

Fazit:
Eine durchaus skurrile und unterhaltsame Geschichte, die man mal eben so bei Scones und Teatime weglesen kann.

Sanja

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