[Rezension]: Lars Kepler – Der Sandmann


Lars Kepler – Der Sandmann
Bastei Lübbe
574 Seiten
ISBN: 978-3-431-03887-3
19,99 €

Zu den Autoren:
Wer kennt sie mittlerweile nicht? Das Ehepaar Alexandra und Alexander Ahndoril, besser bekannt unter dem Namen “Lars Kepler”, die mit “Der Sandmann” ihren nunmehr vierten Kriminalroman um den verschlossenen aber scharfsinnigen Ermittler Joona Linna veröffentlicht haben.

Ich durfte den vierten Teil vorab lesen und meine Eindrücke mit anderen in der Lesejury von Bastei Lübbe teilen. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Das passiert:
Im nunmehr vierten Band um den finnischstämmigen Kriminalkommissar Joona Linna aus Schweden, bekommt dieser es erneut mit seinem ärgsten Gegner zu tun: Jurek Walter. Der verurteilte Serienmörder wurde vor 13 Jahren geschnappt, als er eine Frau wieder in ihren Sarg zurückstiess, in dem sie bereits zwei Jahre vor sich hin vegetierte. Einige weitere Opfer konnten damals nur noch tot geborgen werden, andere wiederum blieben für immer verschwunden.

Doch nun taucht eines der Opfer plötzlich wieder auf: Mikael Reidar-Frost wurde kurz vor Jurek Walters Verhaftung zusammen mit seiner Schwester entführt. Der stark geschwächte und unterernährte Mikael erzählt in wirren Sätzen vom Sandmann, eine Figur aus den Gute-Nacht-Geschichten, die seine deutsche Mutter den Kindern immer erzählte.

Joona Linna ist direkt alarmiert und versucht weitere Informationen aus dem jungen Mann zu bekommen, da dieser berichtet, seine Schwester würde auch noch leben. Er vermutete damals schon, das der in eine psychiatrische Klinik eingewiesene Jurek Walter, die Taten nicht alleine begangen haben konnte. Doch es liess sich kein weiterer Komplize finden und Jurek schwieg beharrlich. Das einzige, was dieser zu vermelden hatte, waren Drohungen gegen Joona’s Partner Samuel und dessen Familie. Tatsächlich verschwanden daraufhin die Tochter und die Frau von Samuel und dieser brachte sich schliesslich um, weil es keinerlei Möglichkeit gab, seine Familie je weiterzusehen. Als Jurek auch noch Joona’s Familie bedrohte, reagierte dieser schnell und liess seine Frau und Tochter in einem fingierten Autounfall sterben. In all den vergangenen 13 Jahren hatte Joona selbst keinerlei Kontakt zu seiner Familie. Gerade dies macht deutlich, mit welch einem perfiden und manipulativen Täter wir es im neuen Band zu tun haben.

Da die Zeit drängt, beschliesst die Polizei undercover zu ermitteln und schleust Saga Bauer vom Staatsschutz in die psychiatrische Abteilung ein. Allen Beteiligten ist klar, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Saga ist völlig  auf sich allein gestellt und ihr kann selbst im schlimmsten Falle erst nach 24 Stunden geholfen werden, da auch die Pflegeleitung nicht eingeweiht ist. Wird sie es schaffen, Jurek das Versteck des Mädchens zu entlocken, bevor es zu spät ist?

Meine Meinung:
Der neue Band steht seinen Vorgängern in nichts nach. Joona Linna und Saga Bauer sind wieder einmal in Bestform und lassen den Leser nur so durch die Seiten fliegen. Die kurzen Kapitel und die wechselnden Handlungsstränge und Schauplätze leisten ebenfalls ihren Beitrag dazu.

Die Erzählungen aus der psychiatrischen Anstalt und dieses Gefühl, den falschen Menschen ausgeliefert zu sein, lassen einem fast das Blut in den Adern gefrieren. Die brutalen Abläufe lassen nur vage erahnen, was es überhaupt heisst, in Isolation zu leben.

Auch Jurek Walter als “Moriarty par Excellence”, ist ein Gegner, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist. Joona Linna und Saga Bauer müssen all ihr Können unter Beweis stellen, um hier der Lösung auf die Spur zu kommen.

Wie gewohnt erzählt das Autorenduo seine Kriminalgeschichten im Präsens, um so den Charakter eines Action-Films zu erzeugen. Was zunächst einiger “Eingewöhnungsseiten” bedarf, ist nach einiger Zeit kaum mehr wegzudenken und gleichzeitig auch das Merkmal des erfolgreichen Duos.

Am Ende hat der Leser Antworten auf einige Fragen aus der Vergangenheit erhalten. Obwohl klar war, was nach der Auflösung passieren würde, kann ich kaum den nächsten Teil abwarten. Also bitte, liebes Ehepaar Ahndoril: Schreibt schneller!

Von mir gibt es trotz kleiner Ungereimtheiten die volle Punktzahl, da ich einfach ein Fan von Joona Linna bin.

KatzisKatzisKatzisKatzisKatzis

2 thoughts on “[Rezension]: Lars Kepler – Der Sandmann

  1. Ich kenne weder das Autorenteam noch Joona Linna und bin schon sehr gespannt auf dieses Buch, das bereits im Regal liegt und darauf wartet, dass ich es endlich aufschlage. Dank dieser Rezi freue ich mich nun umso mehr darauf :-). Liebe Grüße

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