[Rezension] Michael Robotham – Der Insider

Michael Robotham – Der Insider
Goldmann Verlag
539 Seiten
ISBN: 978-3-442-31250-4
14,99 €

Zum Autor:
Michael Robotham stammt aus South New Wales, Australien, und arbeitete lange Jahre als Journalist, bevor er sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Seine Thriller um den Psychologen Joe O’Loughlin und Detective Inspector Vincent Ruiz wurden mehrfach ausgezeichnet. Weitere Informationen gibt es unter www.michaelrobotham.com

Zum Inhalt:
London: In einer Bar beobachtet der ehemalige Polizist Vincent Ruiz, wie eine junge Frau von ihrem Freund bedroht wird. Er greift kurzerhand ein und lässt die verängstigte Holly Knight sogar bei sich übernachten. Am nächsten Morgen ist sie jedoch mitsamt einiger wichtiger Erbstücke auf und davon. Da Vincent eines dieser Erbstücke seiner Tochter zur Hochzeit überreichen soll, macht er sich auf den Weg, um Holly Knight zu finden. Als er sie endlich aufgespürt hat, entdeckt er die Leiche des Freundes, der offenbar von einem Unbekannten brutal gefoltert und getötet wurde. Wie passt jedoch Holly Knight hier in das Bild?. Vincent Ruiz ermittelt und gerät immer tiefer in diesen mysteriösen Fall.

Zeitgleich ist der amerikanische Journalist Luca Terracini in Bagdad auf der Spur mehrerer Millionen Dollar, die bei Banküberfällen geraubt wurden sowie weitere Millionen, die an Wiederaufbauhilfe verloren gingen. Zusammen mit der UN-Beauftragten Daniela Garner verfolgt er die Spur des Geldes bis nach London…

Vincent Ruiz ermittelt wieder und hat es mit einem besonders mysteriösen Fall zu tun: ein junger Banker, der verschwindet und seine hochschwangere Frau zurücklässt, eine junge Ganovin, hinter der mächtigte Männer her sind und deren Freund getötet wurde, ein Auftragskiller, der eine blutige Spur durch London zieht, Geldwäsche aber auch Betrügereien mit Wiederaufbauhilfe im Nahen Osten sind nur einige der Extreme, die er hier zu bekämpfen hat. Doch dieses Mal hat er Hilfe von unerwarteter Seite: ein Journalist und eine UN-Beauftragte, die der Spur des verschwundenen Geldes von Bagdad bis nach London gefolgt sind.

Die Geschichte um das verschwundene Geld ist gut konstruiert. Trotzdem hatte ich zunächst einige Probleme, die verschiedenen Erzählstränge zu verfolgen und den Überblick zu behalten. Es ist spannend Seite für Seite weiterzulesen und im Hintergrund gleichzeitig alle Fäden zusammen laufen zu sehen. Langsam greift ein Zahnrad in das Nächste und man erkennt endlich die Zusammengänge, kann das große Ganze verstehen.

Es handelt sich hier mitnichten um einen gewöhnlichen Thriller, den man Abends auf der Bettkante verschlingt. Hier geht es um Mehr: Robotham klärt auf, regt zum Nachdenken an. Was passiert wirklich mit den Geldern, die zum Wiederaufbau im Nahen Osten zur Verfügung gestellt werden? Gibt es ein Gremium, das überprüft, ob die Gelder für ihren Zweck eingesetzt werden? Kann man das überhaupt?

Nebenbei kommen auch die Charaktere nicht zu kurz: Die Frau des verschwundenen Bankers, hochschanger, von Allen allein gelassen, kämpft wie eine Löwin für ihre Familie und will die Wahrheit herausfinden. Nicht farblos, sondern authentisch kommt sie herüber. Ebenso Holly Knight, meine persönliche Favoritin, die trotz all ihrer Probleme immer noch ihr Herz gezeigt hat und in Vincent Ruiz einen zwar unkonventionellen aber doch fürsorglichen Beschützer gefunden hat.

Da es sich hier um den 6. Band einer Reihe handelt und ich die anderen Teile nicht kenne, vermag ich über die Entwicklung der Protagonisten nichts zu schreiben. Das, was ich auf jeden Fall weiß, ist, dass es nicht mein letzter Robotham war 🙂

Ich vergebe 4 von 5 Punkten, aber auch nur, weil es mir an manchen Ecken ein bisschen “too much” war. Zuviele Handlungsstränge, Schicksale, Ereignisse. Für meinen Geschmack hätte das bisschen Weniger, nicht geschadet.

LG sanja

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