[Lesung] Christopher Paolini – Eragon 4

Am 17.04.12 war es soweit: Die Lesung von Christopher Paolini in der Mayerschen in Köln. Ich hatte zwei Karten für mich und meinen Mann reservieren lassen. Oder meinen Pressefotografen, wie ich ihn gerne bei so einem Event zu nennen pflege, denn er trägt die ehrenvolle Aufgabe alles an diesem Abend in Bild und vielleicht auch Ton festzuhalten.

Die Sitzplätze sind schnell ausgemacht: Ganz hinten in der letzten Reihe. Damit mein “Pressefotograf” zwischendurch aufstehen kann, um günstige Fotos zu schießen und doch niemanden stört. Trotzdem muss auch ich freies Blickfeld auf die Bühne haben. Die Plätze an diesem Abend waren perfekt.

Nach und nach füllen sich die Plätze. Neben mir nehmen zwei pubertierende Jungs Platz, die vielleicht 13 Jahre alt sind. Ich lasse den Blick durch die Reihen vor mir schweifen und entdecke immer mehr Kids und Teenager, manche in Begleitung ihrer Eltern oder mit Freunden. Alle unterhalten sich aufgeregt und ich denke: Vielleicht hätte ich doch mal eines der Bücher vorher lesen sollen?

Die Zeit vergeht. Pünktlich um 20.15 Uhr fahren die drei, die kurze Zeit später die Bühne betreten sollen, hinter uns die Rolltreppe hoch und ich flüstere meinem Mann zu: Da issser ja! Auch mich ergreift eine gewisse Ehrfurcht. Denn ich muss zugeben, dieser junge Mann hat wahrhaft schon Großes geleistet.

Unter wildem Applaus begeben sich die drei Angekündigten auf die Bühne. Zunächst ist da Marc Langebeck, Moderator der Kika-Sendung “quergelesen”. In der Mitte nimmt Christopher Paolini Platz und rechts Außen sitzt Andreas Fröhlich, der nicht nur die Hörbücher eingelesen hat, sondern den meissten sicherlich besser bekannt ist als Bob Andrews, 3. Detektiv und verantwortlich für Recherchen und Archiv im Bunde der ???.

Der Abend beginnt mit einer lockeren Unterhaltung.  Dann liess sich Christopher Paolini das zweite Buch von Eragon von einem bzw. zwei Personen aus dem Publikum bringen und las einen kurzen Abschnitt in der Sprache der Elfen vor. Es war merkwürdig dies zu hören. Jedenfalls für mich, da ich die Bücher ja nicht kannte. Marc Langebeck fragte nun, mehr aus Jux, denn aus Interesse, ob das denn jemand übersetzen könne. Und tatsächlich: ein Junge, den ich zwar nicht sehen, aber von meinem Platz aus die Übersetzung vortragen höre, war dazu in der Lage. Dafür war ihm der Applaus des Publikums sicher. Später trug Christopher Paolini noch einen Absatz in zwergisch vor und erläuterte die Besonderheiten dieser beiden Sprachen. Doch dieses Mal konnte niemand übersetzen.

Dann war Andreas Fröhlich an der Reihe. Er wurde gefragt, was denn seiner Meinung nach am schwierigsten beim Einsprechen des Hörbuches war. Er antwortete: die Spannung konsequent beizubehalten! Immerhin hätte 90 CD’s eingesprochen. Davon jeweils 2 pro Tag.

Schließlich kamen wir zum eigentlichen Teil des Abends: der Lesung. Christopher Paolini, krempelte seine Ärmel hoch, stand auf, nahm das Buch in die eine Hand, das Mikro in die Andere und begann mit sonorer Stimme auf Seite 36 vorzulesen.

Er machte dies so perfekt, wie ein Schauspieler auf der Bühne, der mit Inbrunst um den Erhalt der Rolle kämpfte. So eine Lesung hatte ich noch nie erlebt! Man merkte dem Autor regelrecht die Begeisterung seines Werkes an. Trotz der ganzen Jahre, die er bereits an diesem Projekt gearbeitet hat, schien er mittdrin zu stehen.

Er schloß seinen Vortrag mit den Worten: “Does he live, does he die – read chapter 2!”.

Es wurde noch eine Unterhaltung geführt. Dann war Andreas Fröhlich an der Reihe und las einen deutschen Auszug aus dem Buch vor. Ja, auch ihm merkt man sein Talet an. Obwohl ich ihn seit meiner Kindheit nur als Bob Andrews kenne und jeden Abend (unter anderem) mit ihm ins Bett gehe, komme ich nicht umhin ihn dafür zu bewundern, welche Vielseitigkeit in seiner Stimme steckt.

Danach wurden noch Fragen aus dem Publikum gestellt und beantwortet. Auch hier konnte man wieder die Begeisterung von Christopher Paolini spüren. Jede noch so kleine Frage konnte er ohne zu Zögern beantworten. Da ich leider die Bücher nicht kenne, kann ich hier nicht näher auf den Inhalt eingehen.

Nach dem alle Fragen beantwortet schienen, bedankte sich Marc Langebeck  bei Christopher Paolini und Andreas Fröhlich und wünschte allen einen schönen Abend.

Im Anschluß an die Lesung gab es wie üblich zwei Etagen tiefer eine Signierstunde mit Christopher Paolini, als auch mit Andreas Fröhlich. Mist, dachte ich, mir fiel wieder ein, dass ich doch 1-2 ???-CD’s mitnehmen wollte.

Christopher Paolini hielt mit jedem noch einen kurzen Smalltalk. Als ich an der Reihe war, fragte er mich, ob mir denn seine Bücher gefallen hätten und ich sagte erhrlicherweise, dass ich noch kein Einziges gelesen hätte. Das ließ nicht nur den Autor selbst, sondern auch die beiden Damen aufblicken, die neben ihm saßen und die Bücher aufschlugen bzw. mit Namenszettelchen versahen. Ich versprach, dass ich dies gewiss nacholen würde. Dann war der Abend auch schon vorüber.

In Erinnung bleibt mir jedoch ein äußerst lockerer, symphatischer und vor allem witziger Autor, der es wie ein Entertainer versteht, sein Publikum zu fesseln und mit solcher Begeisterung über seine Werke zu sprechen, die seinesgleichen sucht. Danke, Christopher Paolini für den wunderbaren Abend und ja, den ersten Band habe ich nun auch bestellt, damit ich mein Versprechen einhalten kann.

LG sanja

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