[Rezension]: Gabi Kreslehner – Das Regenmädchen

Zum Inhalt:
Eine regennasse Fahrbahn. Einzelne Autos, die vorbeirauschen. Ein grauer Morgen. Als Kommissarin Franza Oberwieser an den Tatort kommt, trifft sie der Anblick der Toten wie ein Schlag. Ein schönes junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid liegt verrenkt am Straßenrand. Franza beginnt Fragen zu stellen und begegnet nur Menschen, die etwas zu verbergen haben. Dunkle Seiten, Abgründe, Lügen. Die Tote kannte sie alle. Musste sie deshalb sterben?

Zur Autorin:
Gabi Kreslehner wurde 1965 in Linz geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Oberösterreich und arbeitet als Lehrerin. Für ihr Jugendbuch Charlottes Traum erhielt sie u.a. den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur 2010. Das Regenmädchen ist ihr erster Roman für Erwachsene.

Meine Meinung:
Es ist Juni. Und Nacht. Ein junges Mädchen, namenlos, läuft im Ballkleid mitten auf der A9 vor ein Auto und stirbt. Was ist hier passiert? Und wie kam es dazu?
Franza Oberwieser und ihr Kollege Felix Herz ermitteln in diesem Fall und schnell ist klar, dass es sich um keinen gewöhnlichen Fall handelt. Irgend etwas ist an diesem Mädchen, nur was? Und warum trägt es dieses Ballkleid? Und was machte es überhaupt auf der Autobahn, so ganz ohne Auto?

Nach einer gründlichen Untersuchung findet man auf einem nahegelegenen Rastplatz Blutspuren – vermutlich von der Toten?

Ich habe das Buch im Rahmen einer Testleserunde gelesen und war anfangs von der Leseprobe restlos begeistert. Diese Begeisterung ließ dann zu Beginn des Buches aber nach.

Die Autorin schrieb das Buch in einer recht eigenwilligen, knappen, manchmal melancholischen Art, die ihresgleichen sucht. Die Sprache ist teilweise poetisch und einfach nur toll, z.B. “Das Mädchen lag am Rand der Fahrbahn auf dem Wiesenstreifen, klein, dünn, ein Vögelchen, ein Bachstelzchen, heruntergefallen vom Leben”.

Das ist echt mal ein Krimi der besonderen Art. Leider ließ die Handlung streckenweise etwas zu Wünschen übrig. Auch die Sprache, die teilweise in Vulgär- und Fäkalsprache umwechselte, konnte mich dann nicht recht überzeugen.

Die beiden Hauptkommissare waren für mich jedoch stimmig. Franza, geplagt von ihrer nicht funktionierenden Ehe, ihrem Lover und ihrem Sohn, von dem sie später erfährt, dass er die Tote kannte. Auch auf Felix Herz, der immer die passenden Fragen beim Verhör stellte, war stets Verlass.

Die Ermittlung nimmt ihren Lauf aber es plätschert so manche Seite vor sich hin. Alle in Maries Umfeld werden befragt und so nach und nach, ganz allmählich steigt die Spannung und verheißt doch noch Gutes.

Vom Ende war ich ein klein wenig enttäuscht, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Der Krimi, war für mich ein Leseerlebnis der besonderen Art: Es ging rauf, runter, blieb stecken. Aber es war einmal eine andere Art von Krimi und dieser melancholische, poetische Schreibstil war fesselnd. Die Vulgärsprache hätte man weglassen können.

Von mir gibt es 3 von 5 Punkten!

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